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Große Karwendelrunde – Tourbericht
[2010/07/02 - Martin]

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HandyempfangspunktHeute ist schon wieder der Tag danach. Leider hat die Live-Berichterstattung nicht so funktioniert wie geplant. Obwohl ich zwei Handys mitgenommen hatte, um das deutsche und das österreichische Netz abzudecken, scheiterte es schlicht und ergreifend an den fehlenden Masten. Beim nächsten Mal packe ich eine Satelliten-Telefon ein… Aber nun zur Tour! Mittwoch Abend machte ich mich auf den Weg nach Mittenwald um dort auf dem „Parkplatz 3“ (MTB-Parkplatz) eine Nacht auf dem Beifahrersitz zu verbringen. Am nächsten Morgen wollte ich dann um 05:30 Uhr aufstehen und um 06:00 Uhr meine Karwendelrunde in Angriff nehmen. Und was soll ich sagen? Mein Wecker funktionierte und um Punkt 9 nach sechs gings los in Richtung Scharnitz. Dort ist die Einfahrt in die Karwendeltäler. Obwohl die Beine nach 10km Anfahrt schon ein wenig warm waren, war der erste Zickzack-Schlenker mit 10% Steigung eine kleine Prüfung. Das Schild „Karwendelhaus 5h“ und „Falkenhütte 7 3/4h“ deuteten an, was auf einen wartet. Insbesondere als Wanderer.
Der Anstieg zum Karwendelhaus wird flankiert von den gewaltigen, schroffen Felsmassiven des Karwendels. Man kommt aus dem Staunen eigentlich nicht mehr heraus und fühlt sich – insbesondere im Dunst und Lichtspiel des frühen Morgens – klein und unwichtig. Wenn man nicht aufpasst, dann hat man auf den ersten 15km schon 200 Fotos gemacht 😉

KarwendelhausBei Kilometer 20 kam zum ersten Mal das Karwendelhaus in Sicht. Und wenn man es einmal gesehen hat, dann ist es auch nicht mehr weit.
Oben angekommen musste ich feststellen, dass es morgens um neun eindeutig noch zu früh für Kaiserschmarren ist und habe entschieden diesen auf der Falkenhütte zu essen (vorweggenommen: wo es keinen gab.). Die Suche nach Handyempfang nahm zeitweise groteske Formen an: mehrere Wanderer (und ich) kreisten mit ihren Handys (und manchmal auch mit mehreren) um den einzigen offiziellen Handyempfang-Punkt“ herum. Allerdings mit bescheidenem Erfolg. Ich gab auf, aß eine Banane und machte mich auf den weiteren Weg zur Falkenhütte. Der Weg dorthin ist schon spektakulär. Nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch fahrerisch anspruchsvoll. Runter und rauf gleichermaßen. Obwohl es noch relativ früh am Morgen war, stiegen die Temperaturen schon beachtlich an.

Laliderer WändeDie Falkenhütte wird flankiert von der Lalidererspitze und der Weg dorthin ist ein gewaltiges Schauspiel. Oben angekommen bestellte ich eine große Apfelschorle und fragte, ob die Küche schon bereit sei. „Selbstverständlich!“ war die Antwort. Natürlich mit anderen Worten. Ein Blick in die Karte offenbarte das Elend: kein Kaiserschmarren! Naja, Da habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben einen Bergsteiger-Leberkäs mit Kartoffelsalat und Senf bestellt. Mochte ich bis gestern nicht. Jetzt schon. *grins*
Von der Falkenhütte ging’s weiter in die/den Hinterriß. Und zwar auf einem Weg, auf dem so manch einer seinen Hund getragen hätte. Und ich Esel fahre da mit dem Fahrrad lang. Aber am Ende waren es nur sehr wenige schwierige/gefährliche Passagen, an denen man nicht fahren konnte. Der Rest war pures Abenteuer.

Ach? Alpenland! AhaNun folgten 25km mehr oder weniger langweilige Abfahrt durch Schotter und später auch über Asphalt. Das einzige Highlight auf diesem Stück war ein Elekrozaun, der an einem Eisengatter befestigt war. Und als ich dieses öffnen wollte…. Wenn ich dieses Arschloch erwische!
Der unvermeidlich folgende Aufstieg aus dem Rißtal zurück nach Mittenwald war brutal. 1000hm mit 10-15% Steigung, Bolzen gerade im Wald den Berg hoch. Die Große Karwendelrunde wird gerne als „eine der schönsten Strecken überhaupt“ bezeichnet. Offensichtlich vergessen aber alle dieses Stück. Ich fand’s scheiße. Dazu kam noch, dass ich mich in einer Schotterkurve auf der vorherigen Abfahrt blöd auf’s Ei gelegt hab und daher auch noch mit mir selbst und ob meiner Blödheit haderte.
Aber irgendwann war auch das geschafft und ich stand nach einer Bremsen killenden Abfahrt wieder in Mittenwald am Auto. Einpacken und los! war das Motto. Und so war ich um 18:00 Uhr in Pfronten, wo es dann um 19:00 Uhr – nach einer ausgiebigen Dusche – endlich das verdiente Weizen gab! Nach einem Abendessen mit meinen Eltern (Grillteller) nahm der Tag um 21:00 im Bett ein jähes Ende…

Tourdaten laut HAC4: 83km, 2317hm, Zeit in Bewegung 06:36:43, Zeit unterwegs ~10 Stunden, Verbrauchte Kalorien ~7000, Maximalpuls 181, Durchschnittspuls 139.

Hier einen Link zum GPS-Track GPX-Datei via GPSBabel für Linux vom GPS gezogen.
(gpsbabel -t -i garmin -o gpx -f /dev/ttyUSB0 -F karwendel.gpx)

Nachtrag: durch den massiven Einsatz von Sprühpflaster hat nun auch mein Oberschenkel aufgehört zu siffen… 😉





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